Osterwoche auf der Loire (3)

Der nächste Morgen beginnt gleich mit der Umtragung des Brückenwehrs von Nevers. Zum Glück kommen wir unter der Brücke hindurch, durch das ganz linke Joch, so dass wir nich bis hoch zur Straße müssen. Schweißtreibend genug ist es dennoch, aber zum Glück das einzige Hindernis für die nächsten 35 km.Als wir Boote und Gepäck endlich über die ausgedehnte Sandbank bis ans Wasser transportiert haben, kann es bei wieder guter Strömung weitergehen. Anfangs begleitet uns leichter Nieselregen aber bald klart es zum Glück auf. Die Stadt haben wir bald hinter uns gelassen, wieder ist rundherum fast unberührte Natur.

Nach einigen Kilometern erreichen wir die Mündung des Allier, eines weiteren schönen Wanderflusses. Die Wassermenge wird dadurch fast verdoppelt und mit einem Mal sind wir nicht mehr auf einem kleinen Fluß unterwegs, sondern auf einem richtigen breiten Strom.

Zu Mittag machen wir wieder Pause auf einer der unzähligen Sandbänke. Wir genießen Wärme und Sonne während die Kinder mit wilden Hechtsprüngen versuchen, im Sand Fliegen zu fangen.

Heute ist Jaaku im Hartschalenkajak unterwegs und er nutzt die Überlegenheit des schmalen, schlanken Gefährts gegenüber den Packrafts schamlos aus: fordert zu Wettrennen auf (die er ausnahmslos gewinnt), schleicht sich an und rammt uns, flüchtet stromaufwärts, ohne dass wir auch nur den Hauch einer Chance hätten, ihm zu folgen, ist mal vorne, mal hinten. Kein Wunder also, dass er nach gut 20 km plötzlich ziemlich müde wird. Wir überreden ihn, mit seinem großen Bruder Platz zu tauschen und binnen Minuten ist er bei mir im Boot eingeschlafen.

Nach gut 22km passieren wir linksufrig den kleinen Ort Les Aubigny und beschließen, dass es langsam Zeit ist, sich ein Nachtlager zu suchen. Und kurz darauf finden wir an der Spitze einer kleinen Insel auch schon einen idealen Lagerplatz: ein paar grasbewachsene ebene Plätze, eine vorgelagerte flache Sandinsel, abgetrennt durch einen knöcheltiefen kleinen Flußarm, Abgeschiedenheit und Natur pur! Der Boden um unsere Lagerplätze herum ist aufgewühlt, möglicherweise von Wildschweinen? Aber da die Spuren recht als zu sein scheinen, machen wir uns keine weiteren Gedanken.

Auf der Sandinsel endecken die Kinder riesige, gut getarnte Spinnen, die sie uns aufgeregt zeigen, Flußufer-Wolfsspinnen, wie wir später herausfinden.

Abends machen wir auf dem Sand wieder ein kleines Lagerfeuer aus Treibholz, sitzen noch lange zusammen und so wird es wieder einmal recht spät, bevor alle im Bett liegen.

Als ich am nächsten morgen relativ früh aufwache, scheint alles perfekt zu sein: blauer Himmel, die Sonne, die gerade hinter den Bäumen aufgeht, Windstille, herrliche Morgenstimmung – es verspricht ein wunderbarer Paddeltag zu werden! Während Jaaku und ich darauf warten, dass der Rest der Mannschaft wach wird, ziehen aber düstere Wolken herauf und so kommt es, dass wir zwei Stunden später unter dem hastig aufgebauten Tarp frühstücken, während ein heftiger Regenguss auf uns heraubgeht.

Immer wieder treffen uns kurze, heftige Schauer während wir das Lager abbauen und die Boote packen. Als wir um 11 Uhr endlich auf dem wAsser sind, bleibt es zwar trocken, aber ein Mix aus Sonne und düsteren Wolken sorgt für eine dramatische Lichtstimmung.

Schon zwei Stunden später haben wir La Charite erreicht, fahren vor der Insel Le Faubourg in den linken Flußarm ein, umtragen das Wehr unter der Brücke durchs linke Joch hindurch kämpfenuns die steile Böschung hinauf und stehen dann direkt vor dem Zeltplatz. Da dort gerade Mittagspause ist picknicken wir erst einmal ausgiebig vor dem Eingang, bis wir endlich Einlass finden. Ein paar weitere Paddler kommen im Laufe des Nachmittags an und zwei Wanderreiter, ansonsten ist der Platz fast leer.

Für den nächsten Tag ist Dauerregen angekündigt, und das bewahrheitet sich leider. Pausetag also. Wir nutzen die Gelegenheit umd per Bahn die Autos nachzuholen.

Die Nacht wird kalt und der nächste Morgen ebenfalls. Es ist windig und wechselhaft. Trotzdem wollen wir die letzte Chance zum Paddeln noch einmal nutzen, denn am tAg darauf müssen wir schon wieder nach Hause aufbrechen.

Wir shutteln die Autos ins ca. 14km entfernte Pouilly und genießen dann einen letzten wunderbaren kurzen Paddeltag. Den Nachmittag verbringen wir damit, Boote und ausrüstung so weit wie möglich zu trocknen und zu verstauen, um am nächsten Morgen möglichst zeitig loszukommen.

Und eines steht schon jetzt fest: es wird nicht bei diesem einen Mal auf der Loire bleiben!

 

 

 

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